Knoten für den Bootsführerschein: alle 9 Prüfungsknoten
Kurz gesagt: Für den SBF Binnen und See gilt dieselbe amtliche Liste mit 9 Knoten. In der praktischen Prüfung werden bis zu sieben verlangt, sechs davon musst du richtig knoten und erklären können, wofür man sie braucht.
Inhalt
Was die Prüfung verlangtDie 9 Knoten auf einen BlickAchtknotenKreuzknotenPalstekEinfacher und doppelter SchotstekStopperstekWebleinstek und Webleinstek auf SlipRundtörn mit zwei halben SchlägenBelegen einer Klampe mit KopfschlagGibt es Unterschiede zwischen Binnen und See?So übst du die KnotenHäufige FragenKnoten sind der Teil der Prüfung, den du am leichtesten zu Hause üben kannst: Ein Stück Tauwerk reicht. Trotzdem scheitern Prüflinge hier, weil ein Knoten unter Nervosität plötzlich falsch herum liegt oder sie nicht erklären können, wofür er gut ist.
Hier findest du die amtliche Liste aus der Sportbootführerscheinverordnung, für jeden Knoten den Zweck an Bord, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung und die typischen Fehler. Wie die übrige praktische und die theoretische Prüfung ablaufen, steht im Ratgeber Die SBF-Prüfung.
Was die Prüfung verlangt
Die Regel steht in Anlage 4 der Sportbootführerscheinverordnung (SpFV): „Aus neun möglichen Knoten werden sieben ausgewählt, von denen sechs ausreichend ausgeführt und erklärt werden müssen.“ Im amtlichen Prüfungsprotokoll heißt es dazu, dass von maximal sieben verlangten Knoten sechs ausreichend ausgeführt und deren Verwendung richtig erklärt werden müssen.
- Knüpfen und erklären: Es reicht nicht, dass der Knoten hält. Du sagst auch, wofür man ihn an Bord braucht.
- Ein Fehler ist erlaubt: Von sieben Knoten darf einer misslingen. Mehr Puffer hast du nicht – lern also alle neun.
- Zwei Versuche: Das Protokoll sieht für jeden Knoten einen ersten und einen zweiten Versuch vor.
- Nur Praxis: Im amtlichen Fragenkatalog gibt es keine Fragen zu diesen Knoten. Du lernst sie ausschließlich für die praktische Prüfung.
Die 9 Knoten auf einen Blick
| Knoten | Art |
|---|---|
| Achtknotenverhindert, dass eine Leine aus Block oder Klemme rauscht | Stopper |
| Kreuzknotenverbindet zwei Enden gleicher Stärke, z. B. Reffbändsel | Verbindung |
| Palstekfeste Schlaufe, die sich nicht zuzieht | Schlaufe |
| Einfacher oder doppelter Schotstekverbindet unterschiedlich dicke Leinen | Verbindung |
| Stoppersteknimmt Zug von einer belasteten Leine | Klemmknoten |
| Webleinstekschnelles Festmachen an Reling oder Pfahl, z. B. Fender | Festmachen |
| Webleinstek auf Slipwie Webleinstek, mit einem Zug lösbar | Festmachen |
| Rundtörn mit zwei halben SchlägenFestmachen an Ring, Pfahl oder Poller | Festmachen |
| Belegen einer Klampe mit KopfschlagLeine an der Klampe sichern | Festmachen |
Ein paar Wörter, die in den Anleitungen vorkommen: Die feste Part ist der Teil der Leine, der zum Boot oder zur Last führt, das lose Ende der Teil, mit dem du knotest. Eine Bucht ist eine U-förmige Schleife, ein Auge eine Schlaufe, bei der sich die Leine kreuzt. Ein Törn ist eine Windung um einen Gegenstand.
Achtknoten
Wofür: Der Achtknoten ist ein Stopperknoten am Ende einer Leine. Er verhindert, dass zum Beispiel eine Schot durch einen Block oder eine Klemme rauscht und verloren geht. Er lässt sich auch nach Belastung wieder leicht öffnen.
- Auge legen: Leg mit dem losen Ende ein Auge, sodass das Ende über der festen Part liegt.
- Hinten herum: Führ das Ende hinter der festen Part herum.
- Durchstecken: Steck das Ende von vorn durch das Auge.
- Festziehen: Zieh an Ende und fester Part. Liegt der Knoten ordentlich, siehst du eine liegende Acht.
Typischer Fehler: Wer das Ende nicht hinter der festen Part herumführt, sondern gleich durchsteckt, macht einen einfachen Überhandknoten. Der klemmt sich fest und zählt nicht als Achtknoten.
Kreuzknoten
Wofür: Er verbindet zwei Enden gleicher Stärke, klassisch die Reffbändsel beim Reffen oder das Zusammenbinden eines Segels. Für zwei belastete Leinen unterschiedlicher Dicke ist er nicht geeignet – dafür gibt es den Schotstek.
- Erster Schlag: Leg das linke Ende über das rechte und schlinge es einmal darunter durch – wie beim ersten Knoten einer Schleife.
- Zweiter Schlag andersherum: Jetzt leg das Ende, das nun rechts liegt, über das linke und schlinge es darunter durch. Merksatz: „links über rechts, dann rechts über links“.
- Kontrollieren: Zieh fest. Beide Enden liegen jeweils parallel zu ihrer festen Part auf derselben Seite, und du siehst zwei ineinander gehakte Buchten.
Typischer Fehler: Machst du beide Schläge in dieselbe Richtung, entsteht ein Altweiberknoten. Er sieht ähnlich aus, aber die Enden stehen schräg ab und er rutscht unter Zug. Kontrollier deshalb immer, ob die Enden parallel liegen.
Palstek
Wofür: Der Palstek macht eine feste Schlaufe, die sich unter Last nicht zuzieht und sich danach trotzdem wieder öffnen lässt. Du legst damit eine Festmacherleine über einen Poller oder machst eine Schlaufe, die man einer Person im Wasser zuwerfen kann.
- Kleines Auge legen: Leg in die feste Part ein kleines Auge, und zwar so, dass der Teil zum losen Ende hin oben liegt. Lass genug Ende für die gewünschte Schlaufengröße.
- Von unten durch: Steck das lose Ende von unten durch das kleine Auge („die Schlange kommt aus dem See“).
- Um die feste Part: Führ das Ende hinter der festen Part herum („um den Baum“).
- Zurück durchs Auge: Steck das Ende von oben wieder durch das kleine Auge zurück („zurück in den See“). Es liegt jetzt neben dem Teil, mit dem es herausgekommen ist.
- Festziehen: Halte Ende und die Seite der großen Schlaufe zusammen und zieh gegen die feste Part.
Typischer Fehler: Liegt das kleine Auge falsch herum, fällt der Knoten beim Festziehen auseinander. Lass außerdem ein ausreichend langes Ende überstehen – ein zu kurzes Ende kann herausrutschen.
Einfacher und doppelter Schotstek
Wofür: Der Schotstek verbindet zwei Leinen, auch wenn sie unterschiedlich dick sind, oder eine Leine mit einer Schlaufe oder einem Auge. Der doppelte Schotstek hält sicherer, vor allem bei glattem Tauwerk oder großem Dickenunterschied.
- Bucht legen: Leg mit dem Ende der dickeren Leine eine Bucht (ein U).
- Von unten durch: Steck das Ende der dünneren Leine von unten durch die Bucht.
- Um die Bucht herum: Führ es hinten um beide Seiten der Bucht herum.
- Unter sich selbst: Steck es unter sich selbst durch – also zwischen die dünne Leine und die Bucht, nicht durch die Bucht. Fertig ist der einfache Schotstek.
- Für den doppelten: Führ das dünne Ende vor dem Durchstecken ein zweites Mal um die Bucht herum und steck es dann ebenfalls unter sich selbst durch.
Typischer Fehler: Die beiden kurzen Enden sollen auf derselben Seite des Knotens liegen. Zeigen sie zu verschiedenen Seiten, hält der Knoten schlechter. Und: Immer die dünnere Leine wickelt sich um die Bucht der dickeren, nicht umgekehrt.
Stopperstek
Wofür: Mit dem Stopperstek befestigst du eine Hilfsleine an einer belasteten Leine (oder einer Stange), die in Längsrichtung gezogen wird. So nimmst du Zug von der Leine, etwa um sie umzulegen oder um eine verklemmte Leine auf der Winsch freizubekommen.
- Erster Törn: Leg das Ende der Hilfsleine um die belastete Leine und führ es dabei über die eigene feste Part – auf die Seite, aus der der Zug kommt.
- Zweiter Törn: Leg einen zweiten Törn genauso direkt daneben, ebenfalls über die feste Part zur Zugseite. Die beiden Törns liegen eng nebeneinander.
- Abschluss: Führ das Ende jetzt auf die andere Seite, weg vom Zug, leg es noch einmal um die belastete Leine und steck es unter sich selbst durch.
- Belasten: Zieh die Hilfsleine in Richtung der Last. Die zwei Törns klemmen und der Knoten rutscht nicht.
Typischer Fehler: Liegen die beiden Törns auf der falschen Seite, rutscht der Knoten unter Zug weg. Überleg dir vor dem Knoten, aus welcher Richtung die Last kommt – und sag das in der Prüfung auch.
Webleinstek und Webleinstek auf Slip
Wofür: Der Webleinstek ist schnell gemacht und eignet sich zum vorübergehenden Festmachen an einer Reling, einem Pfahl oder einer Stange – typisch für einen Fender. Auf Slip gelegt, lässt er sich mit einem Zug am Ende sofort lösen. Für dauerhaftes Festmachen unter wechselndem Zug ist er allein nicht sicher genug, weil er sich lockern kann.
- Erster Törn: Leg das Ende einmal um die Stange oder Reling.
- Kreuzen: Führ es über die feste Part hinweg und leg einen zweiten Törn daneben um die Stange.
- Unter sich selbst: Steck das Ende unter diesem zweiten Törn durch, sodass es zwischen den beiden Törns herauskommt. Feste Part und Ende zeigen jetzt in entgegengesetzte Richtungen, auf der Stange liegt ein Kreuz.
- Auf Slip: Für den Webleinstek auf Slip steckst du im letzten Schritt nicht das Ende durch, sondern eine kleine Bucht. Zug am losen Ende löst den Knoten.
Typischer Fehler: Kommt das Ende nicht zwischen den Törns, sondern neben ihnen heraus, hast du zwei lose Schläge statt eines Webleinsteks. Lass beim Slip die Bucht nicht zu kurz – sonst rutscht sie beim ersten Ruck heraus.
Rundtörn mit zwei halben Schlägen
Wofür: Damit machst du eine Leine sicher an einem Ring, Pfahl oder Poller fest. Der Rundtörn nimmt die Last auf, die halben Schläge sichern nur. Vorteil: Du kannst den Knoten auch lösen, während die Leine unter Zug steht.
- Rundtörn: Führ das Ende ganz um den Ring oder Pfahl herum und noch ein Stück weiter, sodass die Leine ihn vollständig umschlingt.
- Erster halber Schlag: Leg das Ende um die feste Part und steck es unter sich selbst durch.
- Zweiter halber Schlag: Leg einen zweiten halben Schlag in derselben Richtung wie den ersten.
- Festziehen: Schieb die beiden Schläge zusammen und zieh sie fest an den Rundtörn heran.
Typischer Fehler: Werden die beiden halben Schläge in entgegengesetzte Richtungen gelegt, hält der Knoten schlechter. Richtig gelegt bilden sie zusammen einen Webleinstek um die feste Part.
Belegen einer Klampe mit Kopfschlag
Wofür: So sicherst du eine Festmacherleine oder eine Schot an einer Klampe. Richtig belegt hält die Leine, und du kannst sie trotzdem jederzeit kontrolliert lösen und fieren.
- Zum hinteren Horn: Führ die Leine zuerst um das Horn, das von der ankommenden Leine weiter entfernt ist, und einmal ganz um den Fuß der Klampe (Rundtörn).
- Kreuzschläge: Leg die Leine in Form einer Acht über Kreuz über beide Hörner – ein bis zwei Kreuzschläge reichen.
- Kopfschlag: Leg mit der Leine eine Schlinge, bei der die Leine unter sich selbst liegt, und stülp sie über das Horn. Das Ende liegt danach parallel zum letzten Kreuzschlag.
- Ordnen: Zieh fest und leg das restliche Ende ordentlich auf, damit niemand darüber stolpert.
Typischer Fehler: Liegt der Kopfschlag falsch herum, steht das Ende quer statt parallel ab. Zu viele Kreuz- und Kopfschläge machen das Lösen unter Last schwer – weniger ist hier mehr.
Gibt es Unterschiede zwischen Binnen und See?
Nein. Die SpFV verwendet ein einziges Praxisprotokoll für Binnen (Motor und Segel) und See, und darin steht für alle dieselbe Liste mit neun Knoten. Ob du nach „Knoten SBF Binnen“ oder „Knoten SBF See“ suchst: Du lernst dieselben Knoten.
- Zweiter Schein: Fähigkeiten, die du für einen Schein schon erfolgreich gezeigt hast, werden beim anderen grundsätzlich nicht erneut geprüft.
- SBF See mit SBF Binnen (Motor): Die praktische See-Prüfung besteht dann nur aus den Pflichtmanövern – Knoten gehören nicht dazu.
- Motorbootführerschein: Auch wer nur mit Antriebsmaschine fährt, muss die Knoten können. Sie sind kein reines Segel-Thema.
So übst du die Knoten
- Ein Stück Tauwerk besorgen: Ein bis zwei Meter Leine in der Stärke einer Festmacher- oder Schotleine reichen. Mit einem dünnen Schnürsenkel lernst du die Handgriffe schlechter.
- An echten Gegenständen üben: Webleinstek und Rundtörn an einer Stuhllehne oder einem Geländer, den Stopperstek an einer zweiten, gespannten Leine. Eine Klampe findest du in der Bootsschule oder im Hafen.
- Blind und aus verschiedenen Richtungen: Wenn ein Knoten sitzt, knote ihn mit geschlossenen Augen, hinter dem Rücken oder mit der Leine aus einer anderen Richtung. An Bord liegt die Leine selten so wie zu Hause.
- Laut erklären: Sag bei jedem Knoten einen Satz dazu, wofür man ihn braucht. Das ist Teil der Prüfung und hilft dir, den Knoten mit einer Situation an Bord zu verbinden.
- Kurz vor der Prüfung wiederholen: Geh am Vortag und am Prüfungstag alle neun Knoten noch einmal durch. Wer einen Knoten einmal konnte, verliert ihn unter Nervosität am schnellsten.
Knoten lernst du nur mit Tauwerk in der Hand, keine App ersetzt das. Für die Theorie gibt es unsere App Seeklar mit den amtlichen Fragen, den Prüfungsbögen, einem Lichter-Trainer und den See-Navigationsaufgaben. Die Manöver der Praxis gehören zum Thema Seemannschaft & Manöver; wie du dich zur Prüfung anmeldest, steht im Ratgeber Ablauf zum Sportbootführerschein.
Häufige Fragen
Wie viele Knoten muss ich für den Bootsführerschein können?
Auf der amtlichen Liste stehen neun Knoten. In der Prüfung werden bis zu sieben verlangt, sechs davon musst du ausreichend knoten und ihre Verwendung richtig erklären. Lern trotzdem alle neun, denn du weißt vorher nicht, welche drankommen.
Sind die Knoten für SBF Binnen und SBF See verschieden?
Nein. Für beide Scheine gilt dieselbe Liste aus Anlage 4 der SpFV. Hast du den SBF Binnen mit Motor schon, besteht die praktische See-Prüfung nur noch aus den Pflichtmanövern, Knoten werden dann nicht mehr geprüft.
Muss ich die Knoten auch erklären?
Ja. Laut Prüfungsprotokoll müssen die Knoten ausreichend ausgeführt und deren Verwendung richtig erklärt werden. Ein Satz pro Knoten reicht, zum Beispiel: „Der Palstek macht eine feste Schlaufe, die sich nicht zuzieht – etwa für eine Festmacherleine über einem Poller.“
Kommen Knoten auch in der Theorieprüfung vor?
Nein. Im amtlichen Fragenkatalog gibt es keine Fragen zu den Prüfungsknoten. Das Wort „Knoten“ taucht dort nur als Geschwindigkeitseinheit auf (Knoten = Seemeilen pro Stunde).
Welcher Knoten ist am schwierigsten?
Viele tun sich mit dem Palstek und dem Stopperstek schwer: Beim Palstek muss das erste Auge richtig herum liegen, beim Stopperstek die Törns auf der Zugseite. Übe diese beiden besonders oft und aus verschiedenen Richtungen.